An wen uns SPIEGEL.DE – technisch – verrät

Keine Sorge. Ich trolle jetzt nicht wegen der Inhalte. Ich werde mir die nächste Zeit mal verstärkt die am meisten besuchten Webseiten Deutschlands anschauen und festhalten an wen sie Daten der Besucher weitergeben. Heute fangen wir mit SPIEGEL.DE an.

Wenn Ihr die Startseite von spiegel.de aufruft, dann werden verschiedene externe Inhalte aufgerufen.

Im Quelltext finden sich folgende Hinweise:

Euer Browser stellt eine Verbindung zu ioam.de her und lädt ein Script (https://script.ioam.de/iam.js). Die Webseite ioam.de gehört zu infonline.de. Der Anbieter vermarktet Werbung im Onlinebereich. Wenn dieser Anbieter also auf anderen Seiten die Ihr besucht, eingesetzt wird, können dort effektiv Eure Daten ausgewertet werden, um Euch Werbung für Produkte anzuzeigen, die Ihr sowieso nicht kauft. Natürlich geht da noch mehr.

Der Browser lädt zusätzlich Daten über quality-channel.de (http://adserv.quality-channel.de/RealMedia/ads/). Dabei handelt es sich um die spiegeleigene Vermarktungsmaschinerie (http://www.spiegel-qc.de/).

Spiegel Online lädt im Grunde die meisten Inhalte von Contentservern, die unter spiegel.de-Domain laufen. Dazu zählen cdn1.spiegel,de cdn2.spiegel.de, cdn3.spiegel.de, cdn4.spiegel,de, magazin.spiegel.de, oder c.spiegel.de. Wäre erstmal nichts gegen zu sagen, wenn die nicht fast alle zu Akamai gehören würden. Aus der Praxis heraus hasse ich die Akamai-Infrastruktur. Von dort kommt der meiste Malwaremüll gegen den ich beruflich zu kämpfen habe. Die sind einfach überall. Auch bspw. Facebookinhalte laufen über deren Systeme. Wenn Ihr also Facebook-Nutzer seit, dann weiß Akamai auch, dass Ihr spiegel.de lest.

Über die Javascripte werden natürlich auch noch Inhalte andere Anbieter durch die Leitung gezogen. Aber nicht nur Werbebanner etc., sondern auch wieder Javascripte, um Euch zu verfolgen und zu analysieren:

http://dc61.s290.meetrics.net – meetrics.net – Auch hier geht es um Optimierung von Werbung. (Deutschland)

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(http://s290.mxcdn.net/ – meetrics.net (siehe oben)

http://imagesrv.adition.com – adition.com – Natürlich auch hier Werbung. (Deutschland)

(http://ad1.adfarm1.adition.com – auch adition.com)

http://www.google-analytics.com – google – Die Analysewerkzeuge von Google sind ja bekannt. (USA)

http://d.refinedads.com – refinedlads.com – Ebenfalls Marketing. (Deutschland)

http://gw.symcd.com/ – symantec.com – Ich gehe mal von SSL-Geschichten aus? (USA)

Insgesamt für mich überraschend, dass doch mehrheitlich deutsche Werbefirmen genutzt werden. Akamai sehe ich immer kritisch und an Google kommt niemand mehr vorbei. Irgendwie ist spiegel.de deshalb Weballtag.

 

Wenn Ihr jetzt die Werbung bei Spiegel.de nicht wollt, aber Euch im Klaren darüber seid, dass es dem Unternehmen schadet, dann sperrt an Euren Routern folgende Adressen:

*.adition.com
*.meetrics.net
*.mxcdn.net
*.google-analytics.com
*.refinedads.com
*.symcd.com
*.ioam.de
*.quality-channel.de
*.infonline.de

Solltet Ihr *.akamai.* oder *akamai* sperren, werden jedoch viele Webseiten nicht mehr angezeigt. Hier also Vorsicht. Vor allem, wenn Ihr Facebook nutzt und es zum Überleben benötigt. *g*

3 Kommentare An wen uns SPIEGEL.DE – technisch – verrät

  1. Pingback: Was Spiegel, Focus und die Zeit mit unseren Daten machen… » absurde Zeiten

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