BitCoin – Transparent, nachvollziehbar, untauglich | (Cryptobeitrag 4)

Wenn Ihr Zeitungen lest, dann wird im Zusammenhang mit Kriminalität im Internet oft behauptet, dass BitCoins die Währung des DarkNets sind. Waffen, Drogen oder andere dunkle Bestellungen und Aufträge. Alles bezahlbar mit BitCoins. Ihr wollt Geld waschen? Einfach alles in Bitcoins anlegen? Verbotene Dinge verkaufen? Mit BitCoins? Yeah! Schade nur, dass das alles der größte Fehler wäre den Ihr machen könnt. BitCoins sind absolut untauglich für das DarkNet. Untauglich für kriminelle Machenschaften. Untauglich für alles was Ihr gerne ungesehen durchführen wollt. Unabhängig davon, ob Ihr vielleicht auch nur Eure Privatsphäre schützen wollt. Untauglich! Verkauft den Müll! Oder besser: Tauscht BitCoins in einen anderen Asset! Besser ist das!

Wenn Ihr Euch ein BitCoin-Wallet zulegt, dann erhaltet Ihr eine einmalige und lange Adresse. Auf die können BitCoins eingezahlt und von dem Konto ausgezahlt werden. Alle Transaktionen sind einsehbar und überprüfbar. Kennt man eine Adresse, kann man alle Zahlungen verfolgen. Mittlerweile gibt es sogar Firmen, die Analysen für die Blockchain anbieten. Ein leichtes Spiel für Strafverfolgungsbehörden. Ein leichtes Spiel für Finanzämter. Sie müssten eben nur wissen, was sie tun müssen, um erfolgreich zu sein. BitCoins sind die totale Transparenz. Solange Ihr eine Adresse besitzt, die Ihr nur zum Zahlen mit BitCoins benutzt, für Produkte, die nicht zu Eurer Adresse gesendet werden, so lange ist es egal. Aber sobald nur eines Eurer Konten irgendwo mit Euren Daten verknüpft wurde, ist es vorbei. Selbst sogenannte Multi-Input-Transaktionen sind, sobald nur eine einzige Adresse mit Euch verknüpft werden kann, sinnlos. Zwar sind Transaktionen dann auf viele Konten aufgeteilt und kommen irgendwann auf einem anderen Konto an, aber nur ein Leck reicht aus!

Wenn Ihr BitCoins ungesehen transferieren wolltet, müsstet Ihr im Minimum einen BitCoin-Mixer nutzen. Beispielsweise coinmixer.se. Dort werden die BitCoins mehrerer Kunden gesammelt und zusammengefasst, dann über verschiedene Transaktionen gemixt und am Ende wieder ausgezahlt. In der Regel wird eine Provision einbehalten. Um eine größere Summe durch so ein Programm zu schleusen, darf man nur kleine Summen mixen. Unterschiedliche Summen. Zu unterschiedlichen Zeiten. Über einen laaaaangen Zeitraum. Auf unterschiedliche, am besten immer neue Adressen als Ziel. Die Zieladressen selbst, dürfen niemals zusammengeführt werden. Dann habt Ihr die größte Chance unerkannt mit Euren BitCoins zu handeln oder sie sogar in Euros oder Dollar umzutauschen. Der Aufwand ist aber enorm, die Kosten (Verluste) groß und 100%ige Sicherheit gibt es dennoch nicht.

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Vergleichbar wäre, dass Ihr Euch mit den wichtigsten 10 Brillendealern der Stadt trefft, natürlich mit Maske, jeder eine unterschiedliche Summe in einen großen Topf wirft und nur der Topfverwalter weiß wer wieviel reingelegt hat. Dann rührt er kräftig rum und zahlt jedem 10% weniger aus.

Eigentlich hätte man erwarten können, dass unsere Überwachungsstaatsfans von Union und SPD es gar nicht erwarten können diese Technologie überall einzuführen. Gut, dass deren Netzpolitiker entweder keine Ahnung haben es den verantwortlichen Stellen richtig zu erklären, oder es mit Absicht nicht tun. Hoffen wir auf Letzteres!

Um die BitCoins, die Ihr gemixt habt, nun anderweitig zu tauschen, bieten sich Softwareprodukte wie bspw. Bitsquare oder Multibit an. Mit Multibit könnt Ihr mehrere Konten auf einmal und getrennt verwalten. Die Handelsoption sollte man jedoch nicht nutzen, da man sich dort offenbaren muss. Außer man ist sich sicher, dass man nicht erwischt wird. Viel Glück! Bei Bitsquare wird dezentral und direkt zwischen den Teilnehmern gehandelt. Anonym, über TOR, verschlüsselt. Nicht zensierbar oder aufhaltbar. So, als würdet Ihr mich auf der Straße treffen, Ihr haltet mir einen QR-Code hin, ich scanne und gebe Euch Bargeld, oder Ihr scannt einen QR-Code für eine andere Währung bei mir. Bei BitSquare würden wir uns im Vergleich dazu aber nicht sehen. Auf der Straße schon.

Anschließend sollte es zu einem Umtausch in einen anderen CryptoAsset kommen. Beispielsweise könntet Ihr bei Tauschanbietern wie Changelly Eure BitCoins in andere CryptoAssets tauschen. Dafür wird nur eine E-Mail-Adresse benötigt, da keine Euro/Dollar/Finanzregulierungsdienste angeboten werden. Flohmärkte eben. Natürlich müsst Ihr auch hier weiterhin ein paar mal mehr Mixen und Transferieren, aber vor allem den richtigen Asset aussuchen. ;)

Wichtig ist außerdem noch, dass man Transaktionen vom eigenen Rechner aus, genauso wie das Aufrufen von Mixingservice, niemals mit seiner eigenen IP-Adresse durchführt. Alles kann mitgeloggt werden. Kauft Euch beim Billigsmartphonehändler mit Bargeld ein Androidphone, ohne Sim-Karte und nutzt öffentliche Wifis /und direkt das TOR-Netzwerk in diesem Wifis. Dort transferiert Ihr die Coins. Simple. Möglich. Euer Recht! Könnt Ihr machen, wenn Ihr Eure Freundin oder Ehefrau zum H&M oder zu DM begleitet und Euch langweilt, weil die Damen drei Stunden benötigen, um am Ende doch nichts zu kaufen. Dort gibt es in der Regel mittlerweile freies WLAN. Für die völlig abgedrehten Brillenträger unter Euch noch der Tipp auf die Überwachungskameras zu achten. ;) Sollte die IP auffallen und nur einer mit einem Smartphone rumhängen, ist die Anonymität auch dahin. Als Apps bieten sich Jaxx oder Mycelium an. Bei Mixingservices müsst Ihr Euch darüber im Klaren sein, dass die Jungs natürlich mit Euren Coins auch durchbrennen könnt. Viel Glück!

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Ihr seht, dass es ziemlich aufwendig ist BitCoins zu anonymisieren. Ist man kriminell, wenn man das macht? Nein! Bargeld ist mit Abstand anonymer. Auch, wenn gewisse politische Kreise versuchen es uns wegzunehmen. Das Postgeheimnis, also das Recht nicht öffentliche Inhalte in Briefe zu schrieben, ist ja auch kein Privileg des DarkNets oder Krimineller. Das nutzen von VPN-Tunneln oder Verschlüsselungssoftware ist ebenfalls nicht verboten. Zwar gibt es immer wieder Versuche dort anzugreifen, aber damit ist auch klar, dass Leute, die uns diese Möglichkeiten nehmen wollen, genau die Sorte Mensch sind, denen man keine Macht geben darf. Deshalb ist es enorm wichtig, dass sich Fachleute in gewissen geplanten Cyberstrukturen im Klaren darüber sind, dass Sie am Besten keine Erfolge feiern sollten. Damit verteidigen sie unsere Freiheit am Besten. Gönnen wir Ihnen deshalb die Pension und beschweren uns nicht, wenn sie mal von irgendeinem Rechnungshof kritisiert werden.

Doch wo liegt die Lösung für das Problem mit den Cryptodingens?

Ich weiß es: Im Umstieg auf andere Assets. Weg von BitCoins. Umsteigen auf Alternativen. Und die Alternativen stelle ich in den kommenden Beiträgen vor. Und darunter ist mindestens eine Cryptowährung, die die oben beschriebenen Schritte in sich vereint. Hoffe ich! :c)

3 Kommentare BitCoin – Transparent, nachvollziehbar, untauglich | (Cryptobeitrag 4)

  1. Fabian

    Es wundert mich sowieso, dass BitCoin immer noch der große Player bei den Cryptowährungen ist.
    Seit Jahren gibt es schon andere Fortschrittlichere Software.
    Man versucht zwar mit Updates was zu machen aber irgendwie geht das recht zäh.. Wenn ich mir denke wie Youtube vor 7 Jahren aussah und dann was sich bei Bitcoin seitdem getan hat. Was machen denn die Entwickler mit dem Geld?
    Ich empfehle dir mal Byteball an zu schauen.

    1. Klemens Kowalski

      Byteball => Die anonymen Transaktionen sind interessant. Auch die Geschichte mit der Rückbuchung, wenn eine Bedingung der Transaktion nicht erfüllt wird. Ich würde hier jetzt aber ziemliches Willkürpotential sehen. Die Ausschüttungsrunden sind auch interessant. Aber hier erhalten Inhaber “großer Vermögen” einen höheren Anteil am Kuchen. Byteball reizt mich tatsächlich nicht.

      1. Fabian

        Leider ist das bei jeder Währung so, dass die mit mehr Vermögen einen höheren Anteil bekommen. Der Staat könnte durch die Steuern steuern wie sich das Vermögen an die Menschen verteilt. Da das System aber von den Vermögenden aufgebaut wurde ist es logisch, dass das Geld massiv an die Pyramidenspitze wandert.
        Aber gerade mit anonymen Cryptowährungen kann man Das Geld einfach verschwinden lassen oder auf viele Adressen aufteilen was es unmöglich macht, dass eine Software die Bytes “gerecht” (also wahrscheinlich an die “Armen” mehr) ausschüttet.

        Ich finde Byteball interessant, weil sie nicht auf die Blockchain schwören sondern eine Tangle benutzen. IOTA ist die einzige andere Software, welche damit arbeitet und die haben sogar keine Transaktionsgebühren. Finde ich eigentlich noch interessanter aber die Ausschüttungsrunden machen Byteball meiner Meinung nach für eine Investition interessanter.
        Dominik Schiener ist bei IOTA einer der Gründer und sogar deutscher. Sehr netter Kerl. Was die dort aufbauen finde ich auf jeden Fall bedeutender als die meisten Coins die du vorgestellt hast.
        Wenn ich genug Kapital hätte, hätte ich mir wenigstens für das nächste halbe Jahr über Byteball ein schönes “bedingungsloses Grundeinkommen” schaffen können, aber leider reicht es nur für ein paar hundert € jeden Vollmond.

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