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2022, Audio, Blog, Kenya

Der Krieger im Land Gottes

Die dritte Geschichte ist etwas länger. Auch meine Erzählerinnen mussten erstmal in alte Bücher schauen. Dennoch haben sie am Ende frei erzählt. Ich hatte eine Übersetzerin dabei, da es nicht möglich war es im Englischen vorzutragen.

Der Krieger im Land Gottes

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Vor langer Zeit machte sich eine Gruppe Krieger auf, um Wild zu jagen. Auf ihrem Weg brach einem der Krieger die Sandale und er musste sich setzen, um sie zu reparieren. Seinen Kameraden rief er zu:

„Kameraden, bitte wartet auf mich.“

Die anderen Krieger drehten sich jeweils um und riefen dem Krieger hinter sich zu auf den Kameraden zu warten. Sie riefen so lange, bis der letzte der Krieger vorbeikam.

„Bitte warte auf mich, Kamerad“, sagte der Krieger mit der kaputten Sandale.

Doch der Krieger schlug vor, dass er einen Zweig auf den Weg legen werde, den der Trupp nehmen wird, wenn sie an eine Weggabelung kommen.

„So kannst du unserem Weg folgen und uns einholen“, sagte der letzte Krieger.

Der Krieger mit der gebrochenen Sandale stimmte zu und reparierte sein Schuhwerk weiter.

Als die weitergezogene Gruppe an eine Weggabelung kam und der letzte Krieger nicht sehen konnte, ob der Krieger mit gebrochener Sandale am Horizont zu erkennen war, schnitt er einen kleinen Ast von einem Baum ab und legte ihn auf den Weg.

Nachdem die Krieger weiterzogen, kam jedoch ein starker Wind und blies den Ast auf den anderen Weg der Gabelung.

Als der Krieger mit der zerbrochenen Sandale endlich an der Wegkreuzung ankam, sah er den Ast und folgte dem falschen Weg. Eilig lief er, um seine Kameraden einzuholen.

Nach einer Weile traf er auf den grasenden Mond. Er hielt und schaute ihn an. Der Mond fragte ihn:

„Krieger, woher kommst du und wohin gehst du?“

Da antwortete der Krieger:

„Ich komme aus meinem Dorf und bin auf einer Jagd. Jetzt suche ich meine Kameraden. Meine Sandale ist gebrochen und bevor ich sie reparierte, sind die anderen Krieger weitergezogen.“

Der Mond fragte weiter:

„Warum siehst du mich so merkwürdig an?“

„Oh, du strahlst nur so schön“, antwortete der Krieger.

Der Mond entgegnete:

„Ziehe weiter mein Krieger, und wenn du jemanden triffst, starre ihn nicht an, sondern sei einfach nur freundlich und gehe weiter. Und wenn er dir etwas mit auf den Weg geben will, dann wähle nicht die gute Sache, sondern die schlechte Sache aus. Nimm nichts von Wert mit dir mit.“

Der Krieger nahm den Rat des Mondes an und zog weiter.

Bald darauf kam er an einen Fluss mit stark fließendem Wasser. Als er ihn überqueren wollte, sagte der Fluss zu ihm:

„Sei gegrüßt Krieger. Trink doch einen Schluck.“

Der Krieger erinnerte sich an den Mond und antwortete:

„Auch, wenn ich dich verärgere, lass mich nur an das andere Ufer gehen. Vielleicht trinke ich später.“

Er überquerte den verärgerten Fluss und ging weiter ohne das Wasser zu trinken, obwohl er großen Durst hatte.

Kurze Zeit später kam er an einen Fluss aus Milch. Er wollte gerade durch den Fluss gehen, als dieser ihn bat von ihm zu trinken bevor er auf das andere Ufer wechselte.

Der Krieger aber sprach mit dem Fluss aus Milch auf die gleiche Art und Weise, wie er mit dem ersten Fluss gesprochen hatte. Er lehnte ab, durchquerte den Fluss aus Milch und zog einfach durstig weiter.

Als er kurz darauf an einen Fluss aus Blut kam, geschah dasselbe. Er überquerte alle drei Flüsse, ohne von ihnen getrunken zu haben.

Er setzte die Suche nach seinen Kameraden fort. Nun stieß er auf zwei Schläger, die sich selbst versuchten zu reparieren. Sie sagten zu dem Krieger:

„Großer Krieger, hilf uns bitte. Als Belohnung kannst du den härtesten Schläger mit dir nehmen.“

Der Krieger sagte zu ihnen:

„Lasst mich meinen Weg noch ein bisschen fortsetzen, dann komme ich und repariere euch.“

Er ging an ihnen vorbei und setzte seine Reise fort, wohl wissend, dass harte Schläger gute Waffen waren.

Es dauerte nicht lange und er traf auflecker aussehende Fleischstücke, die wie von selbst gebraten wurden. Das Fleisch sagte zu ihm:

„Mutiger Krieger, hilf uns gar zu werden, dann kannst du das beste Stück essen.“

Wieder vertröstete der Krieger seinen Gesprächspartner und setzte seinen Weg fort, obwohl ihn schon lange der Hunger plagte.

Während er weiterging, traf der Krieger auf zwei Steinäxte, die sich gegenseitig bekämpften. Sie sagten zu ihm:

„Starker Krieger, bitte trenne uns. Dann kannst du eine Axt von uns mit dir nehmen.“

Der Krieger entgegnete: „Wartet noch eine Weile. Gerne werde ich Euch mit mir nehmen.“

Der Krieger setzte seine Reise fort. Immer, wenn er auf etwas Merkwürdiges oder Nötiges stieß, lehnte er ab zu helfen oder ein Geschenk anzunehmen. Er ließ alles zurück.

Der Krieger war sich der vergangenen Zeit nicht mehr sicher, doch irgendwann traf er auf einen Mann. De Mann hütete Gottes Vieh. Der Mann hatte zudem zwei Köpfe und die Rinder hatten zwei Schwänze. Nachdem die beiden Männer sich begrüßten, fragte der ältere Mann den Krieger:

„Du bist freundlich zu mir und hast keine Angst?“

„Nein, warum?“, antwortete der Krieger: „Du bist so normal wie alle anderen Männer auch.“

„Und was denkst du über meine Rinder“, fragte der alte Mann den Krieger.

„Sie sind wie alle anderen Rinder“, entgegnete der Krieger.

Der alte Mann zeigte dem Krieger die Richtung in die er gehen sollte und bat ihn mit Geduld sein Ziel zu erreichen. Dann trennten sich ihre Wege.

Der Krieger wanderte weiter. Nach einer langen Wegstrecke sah er ein Gehöft. Er war dabei Gottes Gehöft zu erreichen. Doch plötzlich bewegte sich das Gehöft weiter weg bis zum Horizont. Der Krieger ging mit Geduld weiter, bis er es erreichte. Als er das Haus betreten wollte, bewegte es sich auch weiter weg. Er ging geduldig hinterher, bis er eintreten konnte.

Im Haus versuchte er sich hinzusetzen. Doch auch der Hocker bewegte sich von ihm weg. Doch auch hier war der Krieger voller Geduld und konnte sich nach kurzer Zeit setzen.

Als er saß, erschien eine Dame Gottes. Nach freundlichen Grüßen und Geschichten fragte die alte Dame den Krieger:

„Möchtest du frische oder alte Milch?“

Der Krieger antwortete: „Bevor wir die frische Milch trinken, sollten wir die alte Milch verzehren.“ Die Dame brachte ihm daraufhin frische Milch.

Später am Abend, kurz vor dem Schlafengehen, fragte die alte Dame den Krieger ob er in einem Bett schlafen möchte. Sie hat ein staubiges oder ein sauberes Bett. Der Krieger wählte das staubige Bett für sich und erhielt das saubere Bett angeboten. Daraufhin fiel er in einen tiefen Schlaf.

Beim ersten Gruß der Morgensonne verließ die Dame das Haus. Sie weckte den Krieger und sagte zu ihm:

„Ich möchte, dass du im Haus bleibst. Wenn du einen Donner hörst, darfst du kein Geräusch von dir geben oder das Haus verlassen.“

Der Krieger tat, was ihm befohlen wurde. Nach wenigen Minuten hörte er das Grollen des Donners und das Haus zitterte. Der Krieger blieb jedoch still. Nach kurzer Zeit rief ihn die alte Dame nach draußen, woraufhin er eine große Rinderherde zusammen mit Schafen, Ziegen und Eseln fand.

Die Dame sagte zu ihm:

„All das ist von heute an dein Eigentum. Gib gut Acht und gehe in Frieden.“

Der Krieger führte das Vieh auf einem sicheren Weg zurück in sein Land.

Als er sich seinem Dorf näherte, waren seine Familie und die Krieger erstaunt über die Rückkehr. Sie nahmen an, dass er von wilden Tieren gefressen worden sei. Sie hatten bereits tagelang um ihn getrauert. Auf die Frage, wie er das Vieh bekommen hatte, erzählte er seine ganze Geschichte im Land Gottes. Seine Kameraden waren bereits zurückgekehrt. Aber mit leeren Händen. Die Jagd war nicht erfolgreich.

 

Als der Bruder des glücklichen Kriegers seine fantastische Geschichte hörte, entschied er sich ebenfalls den Weg in Gottes Land zu gehen. Der Krieger mit den gebrochenen Sandalen verbot ihm zu gehen und sagte:

„Bitte gehe nicht, denn du bist nicht in der Lage, die Dinge zu tun, die ich getan habe.“

Aber der Bruder bestand darauf:

„Ich muss gehen.“

So zog der Bruder des Kriegers mit den gebrochenen Sandalen los, bis auch er auf den grasenden Mond traf. Der Mond sprach mit ihm so wie er mit seinem Bruder gesprochen hatte. Der Bruder antwortete:

„Ich habe noch nie so etwas wie dich gesehen“

Der Mond gab dem Bruder die gleichen Anweisungen.

Als dieser auf den Fluss mit Wasser traf, bat ihn der Fluss, vor der Durchquerung einen Schluck zu nehmen. Der Bruder kniete nieder und trank bis er nicht mehr durstig war. Dann überquerte er den Fluss. Er trank auch aus dem Fluss mit Milch und mit Blut, bevor er sie überquerte. Als nächstes stieß er auf die Schläger. Als die Schläger ihn baten, sie zu reparieren und den härtesten von ihnen zu nehmen, tat er das. Er traf ebenfalls auf das Fleisch, das wie von selbst gebraten wurde. Er setzte sich hin, garte es zu Ende und aß die Stücke. Als er die Steinäxte fand, trennte er sie voneinander und nahm eine Axt mit, wie sie es ihm angeboten hatten. Er tat alles was sein Bruder nicht getan hatte.

Als nächstes traf er auf den zweiköpfigen Mann mit dem zweischwänzigen Vieh. Sie sprachen eine Weile miteinander und der alte Mann stellte die gleiche Frage, die er seinem Bruder gestellt hatte. Der Krieger antwortete kühn: „Du hast zwei Köpfe und deine Rinder haben zwei Schwänze. Das macht mir nichts.“ Der alte Mann führte den Krieger dennoch in die Nähe von Gottes Gehöft.

Als er durch das Tor gehen wollte, zog das Gehöft in Richtung Horizont. Er schwang seinen Schläger und warf ihn nach dem Gehöft. Es stoppte seine Bewegung.

Als sich auch das Haus wegbewegte, schlug er mit seinem Schläger gegen die Wand und es hörte auf sich zu bewegen. Als er versuchte sich auf den Hocker zu setzen und dieser fliehen wollte, nahm er die Axt und schlug ihn in zwei Teile. Dann setzte er sich auf den Boden.

Als die alte Dame ihn bat zwischen frischer und alter Milch zu wählen, sagte er: „Warum sollte ich alte Milch wählen, wenn es auch frische Milch gibt?“ Die Dame gab ihm nur die alte Milch. Zur Nachtruhe wählte er das saubere Bett und musste sich in das schmutzige legen. Ihm wurden all die schlechten Dinge gegeben, weil er die besten Dinge für sich haben wollte.

Am nächsten Morgen weckte ihn die alte Dame und gab ihm die Anweisung still zu bleiben, wenn der Donner grollt. Außerdem bat sie ihn das Haus nicht zu verlassen.

Aber kaum hatte er das Geräusch des Donners gehört, sprang er auf und ging nach draußen, um seine Neugier zu befrieden. Die Dame bat ihn noch einmal, zurück ins Haus zu gehen. Aber auch dieses Mal hielt ihn nichts im Haus. Sobald er das Grollen des Donners hörte und das Haus zitterte, eilte er hinaus. Er tat das immer und immer wieder, und schließlich sagte die Dame zu ihm:

„Bitte gehe fort. Du hast bereits was für dich vorgesehen ist.“

Der Bruder kehrte ohne Vieh in sein Land zurück. Die Axt und den Schläger jedoch behielt er. Er war nicht dafür geeignet mit Gottes Welt im Einklang zu leben.