fiverr.

Seit Jahren gibt es immer mal wieder Artikel über den Dienst fiverr. Kennen sicher einige von Euch. Irgendwie bin ich durch Zufall dort ebenfalls mal wieder hingelangt. Und ich dachte mir: Teste ich! Da es gerade gut lief, dachte ich mir, ich nehme mal Geld in die Hand und prüfe die Qualität der Arbeit. Und es war mit wenigen Ausnahmen fürchterlich.

Hinter fiverr steht der Sinn für 5$ eine Dienstleistung zu erhalten. Oder eben auch für ein Vielfaches von fünf. Fiverr selbst nimmt 1$ Vermittlungsgebühr.

Auf kowabit läuft seit Jahren der bei Google in der Regel auf TOP 1 gelistete Beitrag zum Google Hacking sehr gut. Die Nutzer außerhalb des deutschsprachigen Raumes nutzen Übersetzungsservice für Webseiten, um die Erklärungen zu lesen. Nun dachte ich mir, dass ich den Beitrag jetzt endlich auch in englischer Sprache anbieten könnte. Also auf fiverr ein Übersetzungsangebot gesucht. Für 10 Dollar war es möglich den Artikel übersetzen zu lassen. In der Regel sind die Fristen bei fiverr sehr kurz. Ich bin ein großzügiger Typ, deshalb waren 14 Tage für mich in Ordnung. Also Link gegeben und für 10 Dollar gebucht.
Knapp am Ende der 14 Tage kam dann die Übersetzung. Und ernsthaft: Der Google-Translator ist ein Genie. Der Dienstleister über fiverr war eine Katastrophe. Stellenweise fehlende Satzeteile, die am Ende den Sinn entstellten oder im Grunde totales Chaos hinterließen. Fehlende Worte. Nicht übersetzte Worte. Satzkonstruktionen wurden missachtet. Es war eine wirklich schlimme Arbeit. Eindeutiger Fehlschlag.

Dann wollte ich englisch sprachige Beiträge für meinen Blog. Ich habe sie offensichtlich in den letzten Wochen hier veröffentlicht. ;) Als Gast-Veröffentlichungen habe ich sie aber markiert. Ich wollte schauen wie die Reaktionen sind. Ihr findet sie hier:

guest post: Internet and religion

guest post: political campaign strategies in germany

Einen fiverr-ianer habe ich dann auch um einen Beitrag gebeten, aber am Ende war es dann interessanter für mich selbst, so dass ich es in deutscher Sprache und in anderer Form veröffentlicht hatte als geplant.

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Siehe hier:

Wahlgeschnatter

Die Beiträge in englischer Sprache sollten irgendeinen Web-Bezug besitzen. Mit Religion und Wahlkampf. Was auch immer. Die Qualität? Belanglos. Oberflächlich. Es fehlt der letzte Kick. Es fehlt der Killermoment. Es fehlt das Persönliche. Zwei von drei Beiträgen waren für mich für die Tonne. Den Dritten könnte ich anders verwerten. Aus einem Beitrag wurde eher ein Gespräch, das ich wiedergeben konnte. Da ich aus familiären Gründen einen Kenyabezug habe, war mir Vieles nicht fremd und es passte in die Zeit. Die Person kam dann auch wirklich aus Kenya.

Dann wollte ich, da gerade Wahlkampf war, einen Tweet mehrmach retweeten lassen. Ihr wisst schon: Die Russen sollten den Wahlkampf beeinflussen. :) Also einen Service gebucht der mir für nur 5$ satte 5.000 Retweets verspricht. Wie bei den anderen Anbietern verlief die Kommunikation schnell und reibungslos. Auch die Retweets starteten durch. Aber: nach 2.000 nach 24 Stunden war Schluss. Also wollte ich nachfragen … Tja, der Anbieter war weg. Nicht wirklich jedenfalls. Er hieß anders. Die Verknüpfung zu meinem Auftrag war weg. Er nutzte die gleichen Banner und Angebote. Auftrag nicht erfüllt. Pech gehabt.

(PS: Wollte nicht auffallen und habe den Tweet von einer anderen Person promoted.)

Zeitgleich war mir wichtig auch die kreativen Seiten zu testen. Zur Geburt unseres zweiten Kindes wollte ich ein Gedicht. Also musste ich einen Dichter suchen bzw. einen Autoren der poems anbietet. Ein Test besteht aber immer aus mehreren Partnern. Also waren drei Autoren angefragt. Eine Autorin antwortete gar nicht. Eine weitere Autorin lieferte blanken Müll. Ein weiteres Gedicht war aus Sicht meiner Frau wirklich schön. Veröffentliche ich hier deshalb nicht. :) Auch aus dem Grund, dass Autoren im kreativen Bereich die kommerzielle Nutzung explizit erlauben müssen und dafür in der Regel einen Aufschlag verlangen. Ghostwriting soll sich eben lohnen. Nach den Regeln von fiverr gehen das Eigentum und alle Rechte an den Besteller über. Kommerzielle Nutzung ist in der Regel aber teurer.

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fiverr ist ganz nett. Wenn man bedenkt welche Qualität abgeliefert wird, ist es jedoch eher geeignet für die Leute von Euch, die mal etwas Kreatives suchen. Professionelle Arbeit abseits der Dichter und Exoten ist dort aber nicht zu finden. Mindestens jedenfalls nicht für 5, 10 oder 15 Dollar. Ist man nicht zufrieden, kann man Meckern und in eine Art Schlichtung gehen. Ich habe darauf verzichtet. Laut Profil der Anbieter waren es Leute aus Staaten in denen 10 bis 15 Dollar ein Drittel eines Monatslohns ausmachen. Ich habe die Hoffnung, dass sie das Geld benötigen. Prüfen wer hinter den Anbietern steht, ist mir als fiverr-Nutzer aber nicht möglich. Ausnahme ist, wenn die Anbieter tatsächlich einen Namen haben und durch andere kreative Arbeiten unter ihrem echten Namen aufgefallen sind. Das muss der Kunde aber einfordern. Einen großen Mehrwert konnte ich insgesamt jedoch erstmal nicht entdecken. Das Lustige ist, dass ich mit den oben verlinkten völlig banalen und belanglosen englishen Beiträgen tatsächlich mehr Besucher aus anderen Ländern anlocke. Überproportional. Warum auch immer …

7 Kommentare fiverr.

  1. Alexander

    Das ist ja ein schöner Bericht zu fiverr. :) Wie du schon erwähnt hast, stellt dein finanzielles Engagement, für die fiverr-Dienste eher ein Spende für den Lebensunterhalt, der Autoren, dar. Haben die Retweets irgendetwas gebracht? Der Tipp von PHRY mit dem Übersetzungsprogramm ist toll, den Dienst kannte ich noch nicht.

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    1. kowa

      Ausser 2000 Retweets war es das. Hauptsache russische Profile. Fake.
      Der Übersetzer ist Klasse. Das Jobprofil benötigen wir bald nicht mehr.

      Reply
    1. kowa

      Ist besser als Google. Die geben leider nicht an wie lange sie die eingegebenen Daten speichern.

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