2020, Blog

#Hashtags

Die letzte Wochen war in den sozialen Medien ziemlich politisch. Ich bin zwar nicht mehr aktiv, aber schaue mich ab und zu um. In einer durchaus aufgeregten Zeit finden dann auch aufgeregte Auseinandersetzungen statt.

Den Anfang machte #SystemChangeNotClimateChange. Ein Hashtag der beachtliche Verbreitung fand. Wie immer in den sozialen Netzwerken jedoch auch nur ein kurzes Aufflackern berechtigter Kritik. Hier direkt an den Verfassungsschutz Berlin. Dort hat man die Einstufung der Organisation „Ende Gelände“, die Kohlegegner und Umweltaktivisten, als Linksextremisten eingestuft. Zur Begründung wurde eben dieser Hashtag mit angegeben. Sollte der Verfassungsschutz das ernst meinen, hat er nun ziemlich viel tun, um die hunderttausenden Personen hinter den Retweets zu identifizieren. Wer keine sinnvolle Tätigkeit hat, der macht sich eben sinnlose Arbeit einfach selbst.

Eine kleine Auseinandersetzung musste der beliebteste Virologe, Christian Drosten (@c_drosten), ertragen, als das bekannteste Schmierblatt Deutschlands mit wie immer nicht vorhandener Recherche über ihn herfiel. Aber schlechte Presse ist eben auch Presse und so hat #Bild eben auch wieder getrendet.

Kurzzeitig war auch der #Mindestlohn wieder in Mode als herauskam, dass ein paar unbedeutende CDU-Politiker die Absenkung des Mindestlohnes forderten. Wenn wir schon Krise haben, dann sollen wenigsten die Ärmsten der Arbeitnehmer* sie bezahlen. Die Rechtsradikalen und Neoliberalen bleiben sich eben treu.

#BlackLivesMatter und #ICantBreath (alles auch mit ein paar Abwandlungen) trendete aufgrund des Todes von Floyd George und den seit einigen Tagen andauernden Protesten in den USA. Da heutzutage jeder von uns mit einem Smartphone Live-Berichterstattung machen kann, ist es kaum vorstellbar, dass immer noch Leute existieren, die glauben trotz Zuschauer derartige Verbrechen begehen zu können. Einer der Polizisten, dessen Gesicht weltweit bekannt ist, wurde erst nach heftigen Krawallen verhaftet. Mal schauen wie die Proteste wieder aufkeimen, wenn, wie üblich, der weiße Polizist freigesprochen wird.
Momentan sieht es zwar heftig in den USA aus, aber bewegen wird sich dort nichts. In einer Welt, die sich im Wandel befindet, kämpft immer die Seite, die sich nicht verändern will, gegen die Seite, die bereit ist eine Entwicklungsstufe weiter zu gehen. Egal wie lange es dauert und welche Opfer zu erwarten sind, gewinnt jedoch die letztere Gruppe. Wäre das nicht so, würden heute noch Hexen verbrannt werden. Was die USA betrifft, aber auch Rassismus und Diskriminierung allgemein, wird es noch ein paar Jahre dauern.

Zum Schluss macht momentan #Antifa mit Millionen Tweets die Runde. Als der schlechteste Präsident aller Zeiten, kurz #SchlePaZ oder auch #Trump, ein Verbot der Antifa twitterte, ließen es sich rechts und links nicht nehmen aufeinander loszugehen. Laut Trump stehen hinter den Protesten in den USA Antifaschisten, die Antifa. Rassismus und Polizeigewalt in seinem eigenen Land hat er jedoch kaum auf dem Schirm. Ob sich die Lage dort wieder stabilisiert? Sicher. Jeder Protest nach ähnlichen Vorfällen, flaute auch wieder ab. Wer auf einen amerikanischen Frühling oder einen Regime-Change hofft, der wird auch dieses Jahr wieder enttäuscht.

Wenn man sich aufgrund der letzten Tage ein T-Shirt machen lassen wollen würde, dann wären die Sprüche:

racism is terrorism

#change

oder

#icantbreath

bei mir Spitzenreiter.

Auch zeigt eine so spannende Woche, dass ein Smartphone, dessen Kamera mit einem Youtube-Konto verknüpft wird, eine gute Sache ist, um für mehr gesellschaftliche Transparenz zu sorgen.

Ich wünsche Euch eine spannende und friedliche Woche.

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