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2022, Blog

Kaspersky und der Krieg

Das BSI warnte aufgrund des russischen Krieges vor dem Einsatz von Kaspersky als Sicherheitssoftware. In einer Pressemitteilung wird auf die Gefährdung hingeweisen, die aufgrund des tiefen Eingriffes der Software in die zu schützenden Systeme gegeben ist. Diese Rechte können auch gegen den Nutzer eingesetzt werden.

Im Kern ist das alles richtig. Es wäre aber ehrlicher, wenn man grundsätzlich darüber sprechen würde, was Software dürfen soll. Jede Antivirensoftware, die über das Scannen von Daten hinaus bspw. Firewallfähigkeiten besitzt, Cloudanbindung in Echtzeit zur Überwachung einsetzt und natürlich updatebedingt ständig Code nachladen kann, ist eine Gefährdung. Eine Sicherheitssoftware einzusetzen, ist ein ziemlich großer Vertrauensvorschuss. Die Hansestadt Stade möchte nach dieser Warnung Kaspersky deinstallieren. Sinnvoll? Nein. Kostet nur Geld und wie wichtig ist eine Stadtverwaltung? Wie wichtig ist eine Privatperson, die jetzt Sorge hat Putins Opfer zu werden?

Die Möglichkeiten einer Sicherheitssoftware entsprechen denen eines Trojaners, der ein System übernommen hat. Zugriff auf alle Dateien, Zugriff aufs Internet, Code kann nachgeladen werden und aufgrund der Zugriffsrechte kann einfach ALLES ausgeführt und gemacht werden. Aber es ist eben nicht auf Kaspersky alleine gemünzt. Jeder andere Hersteller kann das auch. Und es gibt Antivirensoftware aus China, Deutschland und den USA u.a.. Müssten wir nicht eigentlich noch weiter gehen, um konsequenter zu sein? Und warum sind unsere westlichen Hersteller die Guten? Sind die Regierungen und Geheimdienste des Westens lupenreine Saubermänner? Packt die Empörung über die Verbrechen in der Ukraine wieder ein. In den letzten 30 Jahren gab es kaum ein Land, das keine Schuld auf sich geladen hat. Krieg ist Krieg. Es gibt keinen gerechten oder guten Krieg. Krieg ist immer nur Krieg.

In wie weit ein Unternehmen jetzt staatlich verpflichtet würde im Kriegsfall seine Fähigkeiten gegen die Kunden zu nutzen, um Daten der Kunden zu stehlen, die Systeme zu manipulieren oder zu sabotieren, oder die Systemen, die man schützen will, bspw. zu einem Botnet zusammen zu schließen, mag ich mir nicht vorstellen. Ich kann es zwar, aber dafür denke ich doch etwas weiter. Ein paar Grenzen gibt es immer, weil niemand nach so einer Aktion je wieder Vertrauen aufbauen könnte. Es gibt auch immer eine Zeit nach einem Krieg und die Welt ist vernetzt und von gegenseitigen Abhängigkeiten geprägt. Natürlich existiert so ein Szenario. Es wäre aber der Zeitpunkt des Endes der Zivilisation. Unsere Abhängigkeit vom Internet in allen Bereichen, ist noch nicht im Sicherheitsdenken angekommen. Andersfalls würden wir Microsoft Windows als Betriebssystem verbannen. Niemand benötigt Atombomben. Nur die Stromversorgung per Hackerangriff zu kappen, reicht aus, um uns in die Knie zu zwingen und nicht weniger Opfer zu produzieren.

Diese Möglichkeit der Gefährdung bietet auch das Betriebssystem Microsofts Windows. Es lädt ständig Code nach und es sendet ständig Daten an Microsoft. Und bis heute wird dem kein Einhalt geboten. Sogar die komplette Auslagerung von Software und Daten in die ominöse Cloud wird angepriesen. Unsere Daten und unsere Systeme unterliegen einer ständigen Gefährdung aufgrund von Bequemlichkeit, Fehleinschätzungen beim Kostendruck und irrationaler Technikgläubigkeit. Kaspersky, wie jeder andere Hersteller auch, kann zur Gefahr werden. Aber die ursächlichen Probleme liegen woanders. Falsch konfigurierte Systeme, Betriebssysteme die grundsätzlich anfällig für Schadsoftware sind und menschliches Versagen gehen hier eher Hand in Hand mit grundsätzlich falscher Planung.

Sicherheitssoftware ist eine durchaus funktionierende Beruhigungspille, weil wir nicht wissen wie hoch wir wirklich gefährdet sind und ob unsere unternommenen Sicherheitsbemühungen ausreichend sind. Der Bodyguard, der uns vor dem Eindringen fremder Menschen in unser Haus beschützen soll, während er auf der Couch schläft.