Mein Name ist John.

Das Beste daran sechszehn zu sein ist, dass mich jeder unterschätzt. Niemand sieht mich. Niemand weiß was ich kann. Ich heiße John und ich bin arm.

Meine ganze Familie ist eigentlich arm. Meine Eltern verrichten einfache Arbeiten. Sie haben nichts gelernt. Ich musste mich darauf verlassen können, dass sich meine Fähigkeiten steigern und ich lernen kann, ohne dass mich jemand aufhält. Nur so kann ich uns unterstützen. Immer up to date sein. Immer.

Ich habe monatelang daran gearbeitet. Linux, Shodan und Schwachstellen. Daten finden wo sie niemand vermutet. Ausnutzen, missbrauchen. Weil es geht! Nur, weil es geht. Nicht, weil es mir irgendwas bringen würde. Bringen tun mir nur die Leute etwas die es sich leisten können ihr gestohlenes Geld in unsinnige Technik anzulegen. Reich bestiehlt arm. Arm bestiehlt reich. Letzteres ist weniger moralisch verwerflich. Letzteres heißt gewinnen. Immer. Wirklich.

Die meisten Menschen sehen Technik als alltäglichen aber auch unabkömmlichen Luxus an. Sie können kaum verzichten. Ich sehe die Waffe. Während ich die Straße hinunter zur kleinen Gemeindeschule oder zu meinem Nebenjob auf dem Gemüsemarkt gehe, beobachte ich, wie Leute das mächtige Werkzeug das sie besitzen, sinnlos einsetzen. Sie benutzen ihre Telefone, um Selfies aufzunehmen. Chatten, twittern, netzwerken. Langweilig. Es gibt Besseres. Ich überwache den Aufenthaltsort anderer Leute. Sie machen Videos vom Sonnenuntergang, ich schaue sie später an, wenn ich ihre WLAN-Router geknackt habe. Mit schicken Apps öffnen sie ihre Türen, ihre Fenster, starten die Waschmaschine, schalten Licht ein und aus. Ich schürfe Cryptowährungen mit ihrem Herd und ihrem Kühlschrank, oder manipuliere das Licht, so dass es nicht angeht. Man könnte mich sehen, wenn ich dort eingestiegen bin. Dank der Inkompetenz und des Desinteresses der Menschen und der Hersteller kann ich machen was ich will, wann ich es will und wie ich es will. Ich bin begeistert von dem großen Haufen Scheiße den die Welt produziert und auf tollen Werbeveranstaltungen fast mit religiösem Eifer verkaufen will. Weiter so. Immer raus damit.

Die Leute nutzen Technologie ohne Verstand. Ich wollte ihnen zeigen, was sie falsch machen. Ich hatte einen Plan. Er war narrensicher. Und natürlich wollte ich Spaß. Mit meinem naiven Gesicht würde niemand etwas ahnen. Die Technik sollte die Menschen gegeneinander aufbringen und niemand war von dem befreit, was ich entfesselte. Wenn Du zuhause sitzt, kommst du auf kreative Gedanken. Manchmal.

Ich grinste die Frau an, die Fotos von ihrem Baby und ihrem Mann machte, der auf seinem Chinabilligschrotthandy spielte und völlig abwesend schien. Jeden Tag waren Leute zum Beobachten da und es wäre das Einfachste gewesen sich an ihnen zu bereichern. Wer interessiert sich schon für die Kinderarbeiter in den asiatischen Fabriken? Hauptsache Apps und Store sind vorhanden. Hauptsache schlankes Design. Updates? Nicht so wichtig. Meine Ziele waren größer. Die kleinen Fische werden nebenbei mitgenommen.

Ich verschwende meine Zeit und Energie nicht für zielfremde Zwecke. Als ich an jenem Abend nach Hause kam, ging ich direkt in mein Zimmer und schloss die Tür. Ich hatte das Glück ein Einzelkind zu sein, sonst müsste ich es mit Geschwistern teilen. Ich brauchte das nicht. Selten bei uns. Es hätte mir unmöglich gemacht durchzuführen was ich geplant hatte. Ich habe die ganze Nacht an meinem Computer gearbeitet und die Tasten regelrecht zertrümmert. Ich musste kaum auf die Tastatur schauen. Gott, bin ich gut. Mein Gehirn arbeitete schnell. Meine Finger benötigten zu oft eine Pause.

Es hatte wirklich Monate gedauert, aber ich hatte endlich die richtigen Befehlsketten zusammengestellt. Ich wollte mich in jedes elektronische Gerät hacken, das online war und den IP-Adressbereich der Hauptstadt nutzte. Nichts sollte tabu sein. Ich zielte erst auf öffentliche Kameras. Eine Leichtigkeit. Dann auf die Kameras von Geschäften und Banken. War ich in ihren Netzwerken mussten als Nächstes die Drucker übernommen werden. Switche, Router, anschließend Computer, Laptops, Webcams, inklusive ihrer Computermikrofone, Smartphones, Tablets und dank einiger Schwachköpfe Waschmaschinen, Spülmaschinen, Kühlschränke und Herde. Selbst Mixer waren dabei. Fernseher auch. Es gibt Menschen die so dumm sind sich diesen Blödsinn zu kaufen. Also die Art Gerät, die am Internet hängt. Ungeschützt. Kein einziger Hersteller hat auch nur ansatzweise Interesse diese Geräte abzusichern. Ich habe stundenlang Leute in ihren Küchen, Schlafzimmern und in Parks oder auf der Straße beobachtet, verfolgt, analysiert wie sie denken, was sie für Geheimnisse verbergen. Ich konnte alles sehen, lesen, hören. Leider konnte ich in dieser Nacht nicht tun, was ich wollte. Ich war nicht ganz bei der Sache. Es machte einerseits Spaß sich zu amüsieren, aber die Vorbereitung dauerte länger als gedacht. Das Schnüffeln in Geschäften und in Privathäusern lenkt ab. So wie manche Bürokräfte von zuvielen Pornos abgelenkt werden, interessiert mich die Realität. So viele Schwachstellen, so viele unterschiedliche Versionen an Software. Langsam, aber es ging voran und am Morgen wäre ich bereit gewesen für einen Test. Der musste aber noch warten.

Als ich gerade in meinem Schlafzimmer das Licht ausschaltete und mich unter meine kratzende Decke kauerte, öffnete meine Mutter die Tür. Es war später am Morgen als gedacht.

“Es ist Zeit aufzuwachen, John. Heute wirst du mit deinem Vater arbeiten gehen.”

“Es ist Samstag”, stöhnte ich und tat so, als wäre ich müde.

Die Wahrheit ist, ich war viel zu aufgeregt. Zeigte es nur nicht. Meine Vorbereitung war abgeschlossen. Ich benötigte nur diesen Moment. Den Moment der absoluten Ruhe. Auch, wenn es ihn physikalisch nicht gibt. Aber irgendwas in diese Richtung. Wenn alle schlafen. Wenigstens die Meisten.

“Sei nicht frech, John. Der Chef deines Vaters benötigt zusätzliche Hilfe in der Fabrik. Er hat dich als Freiwilligen gemeldet. Steh auf.”

Sie warf mir ein dreckiges Hemd zu und schloss meine Tür. So ist das bei uns. Die Arbeit war Müll. Aber das Geld war gut. Der Schreibtisch, der Computer, das Bett. Alles selbst bezahlt. Zugegeben, ich bekam sie zu einem günstigen Preis an einem ungünstigen Ort. Ein in Ungnade gefallener Teil meiner Familie außerhalb der Hauptstadt gründete eine Unternehmung und begann damit Häuser ungefragt zu verwalten. Die Bewohner waren meist fort. In der Regel die Häuser der Oberschicht oder reicher Ausländer. Und auf den Märkten Nairobis spielt die Herkunft der Ware keine Rolle. Gekauft, ist gekauft. Ein kleiner Hauch von Widerstand gegen ein korruptes System aus Gier und Geld. Aber die Möglichkeit mein eigenes Reich zu erschaffen, war es wert. Mein Zimmer war klein und das Fenster zerbrach bereits vor einigen Jahren und wurde mit einem Plastikbeutel repariert, aber das war egal. Solange ich meinen Computer besaß, konnte ich das Unmögliche tun.

Als ich mit meinem Vater bei der Arbeit ankam, wurde ich am Fließband eingesetzt und stellte sicher, dass das von uns verwendete Metall in einem erstklassigen Zustand war. Irgendwo am Ende der Halle wurde dann daraus irgendwas geformt, gestanzt oder gepresst. Es war der langweiligste Tag meines Lebens. Eigentlich waren alle Tage in der Fabrik langweilig. Aber manchmal bleibt den Menschen nichts übrig. Ich weiß jedoch bis heute nicht was in der Fabrik gebaut wird. Interessiert mich auch nicht. Mich interessiert nur das Geld. Das Schürfen von Cryptowährungen über fremde Geräte bringt nicht viel. Wenn ich pro Jahr 15.000 Schillinge erbeute, dann ist das ein gutes Jahr. Einen Teil davon lasse ich meine Eltern finden. Die freuen sich. Aber das nur am Rande.

Ich konnte den ganzen Tag nicht aufhören an meinen Plan zu denken. Bevor der Tag zu Ende war, sah ich den Chef meines Vaters durch seine Fabrik streunen. Es waren Männer wie er, die mich dazu brachten die ganze Stadt verbrennen zu wollen. Er war fett, behaart und roch, als ob er jeden Morgen in Parfüm, Gold und Schweiß badete. Er war einer diese ekligen Typen. Die, die sich mit dicken SUV, dicker Uhr, goldener Brille lächelnd und arrogant freundlich zeigen und sich am Ende noch von dir einladen lassen. Deren Frauen genauso fett sind, weil sie es cool finden in Burger-Restaurants zu essen, weil es Eruopäer auch tun. Diese Leute widern mich an. Keine Moral, keine Ethik. Keine Seele. Wenn sie dann wieder eine meiner Mitschülerinnen schwängern, haben sie meist nicht den Mut dafür gerade zu stehen. Umso reicher, desto feiger. Umso reicher, desto krimineller. Umso reicher, desto stärker gedeckt vom System. Wenn dich einer von ihnen überfährt, bekommen die Polizisten einen schönen großen Bündel Scheine und du hast Pech gehabt. Was soll man in so einem Land machen, um etwas zu verändern?

Er kam zu mir und ich ballte die Fäuste im Kopf zusammen. Ich hatte den Drang ihn zu Boden zu stoßen, aber mein Vater würde mich erschlagen.

“Du bist freundlich, freiwillig mitzuhelfen”, sagte er, “Dein Vater sagte mir, dass du ein sehr engagierter Arbeiter bist.”

“Danke, Sir”, sagte ich heuchelnd, “Ich bin gut in dem, was ich tue.”

“Mit dieser Einstellung wirst du eines Tages wie ich sein”, sagte er und klopfte mir auf die Schulter. Sein unehrliches Lächeln war eine Einladung ihm die Zähne mit einer Zange zu ziehen.

“Wahrscheinlich nicht”, meinte ich.

“Denk nicht so schlecht von dir selbst”, schmunzelte er, “Mit den richtigen Verbindungen ist alles möglich.”

“Und welche Verbindungen haben Sie, Mr. Omar?”

“Oh, mein Junge”, lachte er: “Komm in vier Jahren zu mir zurück und wir können uns unterhalten. Es ist Zeit für dich, nach Hause zu gehen, Sohn.”

“Lassen Sie Vater mit mir nach Hause kommen”, zischte ich.

“Ich kann meinen besten Arbeiter noch nicht nach Hause schicken. Der einzige Grund, warum ich dich gehen lassen muss, ist, dass ich dich nicht richtig bezahle. Freiwillige haben die meisten Vergünstigungen”, klang es enttäuscht aus seinem Mund. So ein wenig mehr Ausbeutung hätte ihm gefallen.

“Dann habe ich wohl Glück”, fragte ich.

“Nun”, seufzte er: “Es ist nicht nur Sonnenschein und Regenbogen, soviel sage ich dir.”

Ich versuchte meinen Zorn zu entschärfen, als er zurück in sein Büro im zweiten Stock ging.

“Ich frage mich, was Sie in lhrem Büro haben”, flüsterte ich vor mich hin. Dabei wusste ich das schon. Eine Kamera mit gutem Blick auf den Tresor und seinen Laptop. So weiß ich immer welchen Porno er gerade mag.

“Mit wem sprichst du, Sohn”, fragte mein Vater, als er von hinten auf mich zukam: “Was hat Herr Omar zu dir gesagt? Ist alles in Ordnung?”

“Es ist in Ordnung. Er wollte mich nur treffen und mir sagen, dass ich nach Hause gehen soll.”

“Sag deiner Mutter, ich schaffe es nicht zum Essen.”

“Das tust du nie”, sagte ich und ging nach einer Umarmung aus der Fabrik nach hause.

Vater starb am selben Abend. Ein überladener Transporter kippt um. Er soll noch lange gelitten haben. Mutter und ich bekamen erst Tage später die Nachricht. Mr. Omar hatte uns sogar gesagt, dass Vater noch einen Auftrag hat. Hatte er nicht. Er war tot. Der Feigling. Den Tageslohn haben wir nie erhalten.

Ich wollte eigentlich gerne an jenem Abend unbedingt in Mr. Omars Büro schauen, aber ich hatte größere Ziele vor Augen. In den letzten Monaten gab es Gerüchte über Präsident Mewael und Bürgermeister Zula. Viele Einheimische beklagten die Korruption und dass ihr Gehirn von der Macht verdreht worden sei. Ich wollte nicht spekulieren. Ich wollte es wissen und hielt es für einen guten Test. Kleine Leute zu knacken war leicht. Aber die High Society? Daran arbeitete ich auch die letzten Monate. Ein Szenario. Ein wiederholbares Szenario. Warum also nicht die Führungelite?

Als ich an meinem Computer saß, startete ich mein System, um in die Smartphones und Tabletts aller Regierungsmitglieder zu gelangen. Phishingmails waren die einfachste Lösung. Irgendwann klickt jeder auf einen Anhang oder einen Link. Die Adressen der Büros waren öffentlich. Und wie es so ist, nimmt jeder die Arbeit mit nach hause. Auch sein Postfach. Ich dachte es würde Tage dauern, wenn nicht gar Wochen. Ich hatte mich darauf eingerichtet gleich schlafen zu gehen. Aber es dauerte keine Stunde. Meine Nacht sollte länger werden. Einfache Viren gelangten so auf ihre Smartphones und Computer. Sie würden es nicht bemerken, wenn sie keinen Virenscan mit erweiterten Parametern durchgeführt hätten oder das Netzwerk in dem sie sich befinden von Profis überwacht wird. Passiert in der Regel nicht. Alle WLAN-Netzwerke in der Umgebung waren offen und unsicher. Bars, Geschäfte, Regierungsviertel, Hotels. Je mehr sie ihre Geräte benutzten, desto mehr Informationen wurden auf meinen Computer heruntergeladen. Es war so unglaublich einfach. Die meisten Leute glauben einem gar nicht wie einfach es ist. Ich hatte zwar nicht alle wichtigen, aber die wichtigsten Leute. Gott, es war so einfach. Aber nur Daten lesen und anschauen, war mir zu wenig. Ich musste dabei sein.

“Okay,” flüsterte ich, “Genug gewartet. Ich habe den Grundstein gelegt, und jetzt bin ich bereit zum Angriff. Mal sehen was Präsident Mewael heute Abend macht.”

Ich holte mir den Zugang zum Überwachungssystem des Präsidenten zu Hause und zur Webcam auf seinem Büro-Laptop.

Er saß in einem Ledersessel und legte die Füße auf den Schreibtisch. Der blaue Sportanzug ließ ihn wie einen Zuhälter aussehen. Er sah Scheiße aus. Sein Zimmer genauso. Geschmacklose Aneinanderreihung westlicher Dekadenz. Er fummelte mit seiner Brille in der Tasche seiner Trainigsjacke und starrte auf seinen Computerbildschirm. Wir schauten uns genau in die Augen. Aber nur ich konnte ihn sehen. Nicht nur von vorne. Auch von oben, von der Seite und von den kleinen Kameras in seinem Smartphone. Während ich darauf wartete, dass etwas Aufregendes passierte, suchte ich in seinem Browser nach besuchten Webseiten. Es war wie immer. Pornos. Pornos. Pornos. Langweilig. Präsident. Langweiliger Bürojob, wenn die Chinesen alle Arbeit machen und die Kontrolle haben. Afrika hat da nichts zu melden. Erst Sklaverei, dann Kolonien. Dann die Chinesen. Gut, dass die auch ziemlich nachlässig sind.

Ich schaute mich also in seinem Netzwerk um. Mehr als 12 Kameras im Haus. Alle sehr gut angebracht. Schlechte Ausleuchtung, aber ausreichend. Sein Büro war voll mit Bücherregalen. Bücher die er vermutlich nie gelesen hat. Er konnte einen wunderbaren Blick auf sein riesiges Schwimmbad genießen. Ich durchsuchte die Sicherheitskameras und sah zu, wie seine Frau sich auszog und seine Kinder in ihren Betten schliefen. Alles ist so normal. Ich konnte mir auch die gespeicherten Videos vom Vortag noch einmal ansehen. Als ich Mewael auf seinem Handy sprechen sah, hörte ich jedoch hin.

“Ja, ich weiß, die Wahl rückt immer näher”, rief er. Er hielt inne und bedeckte den Empfänger mit seiner Hand: “Nein, niemand hat mich gehört. Uns geht es gut. Hör auf mich wütend zu machen. Wir hatten eine Abmachung, Paul.”

Paul Solarin. Der Gesundheitsminister. Ich wünschte, ich wüsste wo Solarin beim Gespräch gerade war, damit ich seine Perspektive des Gesprächs verfolgen kann. Ich war mir sicher, dass ich das Video später finden könnte. Das war dann auch so. Ziemlich lustig.

“Stop, Solarin”, fuhr Mewael fort: “Zwinge mich nicht dazu die Gelder abzuziehen. Wir hatten eine Abmachung. Ich halte meinen Teil ein. Eure Projekte sind nicht gefährdet. Du hast das Geld, das du brauchst und etwas mehr für dich selbst. Dafür brauchten wir nur sichere Stimmen. Ich habe mehrere Minister und Abgeordnete. Ihre Loyalität schwankt nicht, wenn die Wahl gesichert ist. Wenn du nicht sicher bist, dass ich wieder gewählt werde, wird auch deine Zeit ablaufen. Die nehmen dir alles weg.”

Ich war sprachlos und glücklich, als Mewael das Telefon runter schlug. Solarin war nicht nur Gesundheitsminister. Er leitete auch die Wahl. Idiot. Ich hatte nützliche Informationen, um die Öffentlichkeit zu informieren und richtig Ärger zu machen. Die später gefundene Aufnahme von Solarin im Schlafanzug rundete das Bild ab. Dieser Moment war die Ruhe vor dem Sturm. Die Wahl war weniger als einen Monat entfernt, und ich konnte Mewael auf einem anderen Video sagen hören, dass er das Ergebnis vorbereitet hätte. Ich konnte es kaum erwarten seinen Gesichtsausdruck zu sehen, wenn ich das hier freigeben würde.

Ich grinste ununterbrochen, während ich das Filmmaterial zusammenstellte, auf verschiedene Server hochlud und Downloadlinks erstellte. Diese gingen per E-Mail an verschiedene politische Blogs der Opposition und Nachrichten-Websites. Es war so einfach. Ich habe jede E-Mail anonym versendet und meine IP-Adresse über das TOR-Netzwerk versteckt. Die Amateure in unserem Land sind Meister in der Korruption, aber sowas decken sie nicht auf. Präsident Mewael war dabei die Hauptfigur eines PR-Albtraums zu werden. Himmlisch.

Am nächsten Morgen schlenderte ich mittags aus meinem Zimmer, um zu sehen, wie meine Mutter die Nachrichten sah. Der Fernseher stand übrigends einfach mal vor unserer Tür. Wer den wohl da vergessen hatte?

“Was machst Du denn hier? Bist du nicht in der Kirche?”

“Ich war auf dem Weg zur Bushaltestelle”, sagte Mutter: “Als wir von jemandem angegriffen wurden. Mit einer Machete. Ich konnte mit anderen Leuten gerade so entkommen. Die Busse fahren heute nicht mehr wegen der Unruhen. Ich bleibe zu Hause bis der Wahnsinn vorbei ist.”

“Krawalle”, fragte ich und versuchte, meine Aufregung zu verbergen: “Welche Krawalle? Die Wahlen sind doch erst in einigen Wochen?”

Es war ja immer so bei uns, dass die Unzufriedenen für brennende Barrikaden sorgten, wenn ihnen das Wahlergebnis nicht gefiel. Diesmal hatten sie aber guten Grund bereits vor der Wahl sauer zu sein. So hatten jedenfalls Krawalle mal Hand und Fuss.

“Es gibt Videos die beweisen, dass die Wahlen gefälscht werden sollen und ich habe denen immer geglaubt”, sagte Mutter. Sie ärgerte sich bei der letzten Wahl für diesen Betrüger gestimmt zu haben.

“Mach dir keine Vorwürfe”, sagte ich: “Wir wurden alle von diesen Lügnern getäuscht.”

Im Fernsehen konnte ich die Demonstranten mit dekorierten Schildern die Hauptstraßen hinunter marschieren sehen. Ein Traum. Wie in einer Demokratie.

Nach dem späten Frühstück ging ich zurück auf mein Zimmer und schrie in mein Kissen. Ich konnte nicht glauben, dass ich es getan hatte. Mein Herz klopfte schnell. Ich wünschte ich hätte ein Haustier oder einen tauben Freund mit dem ich darüber hätte reden können.

In den nächsten drei Tagen las ich Artikel über Theorien darüber wer die anonyme Person war. Verschwörungstheorien machten die Runde. Wahrscheinlich das übliche Dummgeschwätz in sozialen Netzwerken. Es heizte die Situation noch an.

Eine Woche lang gab es Berichte über Nairobis gewalttätige Natur. Aktivistengruppen protestierten vor dem Haus des Präsidenten und zerstörten alles, was sie auf ihren Märschen anfassen konnten. Häufige Fälle von Vergewaltigungen, Mord, Plünderungen und blutigen Demonstrationen wurden auf allen Nachrichtensendern und auf der Titelseite jeder Zeitung gezeigt. Ich war berühmt und meine Mutter und der Rest hatten keine Ahnung. Schlechtes Gewissen? Hatte ich nicht.

Mittlerweile war die Nachricht vom Tod meines Vaters eingetroffen. Das trübte meinen persönlichen Erfolg. Ich konnte deshalb nicht jeden Tag meinen Computer überprüfen, um sicher zu gehen, dass ich meine Spuren verwischt hatte. Wenn jemand stirbt, dann dauert das gut zwei Wochen ehe der Stress mit der Familie, Besuchern und Beerdigung vorbei ist. Da hat man keine Zeit für Spielereien oder um Regierungen zu stürzen.

Der Präsident versteckte sich aber auch darüber hinaus. Ich verpasste erstmal wenig. Aber wie es so ist in unserer Medienwelt lässt jeder Hype nach. Aussitzen funktioniert immer. Mewael. Trump. Berlusconi. Merkel. Sie alle sitzen aus was sie anrichten. Und gerade dann verlieren auch alle Anderen das Interesse sich weiterhin damit zu beschäftigen. Folgt keine Reaktion auf eine Aktion, war die Aktion Zeitverschwendung. Menschen sind eben dumm. Er sprach nicht mit der Presse, vor allem nicht, als bekannt wurde, dass der Oberste Gerichtshof in absehbarer Zeit über die Vorkommnisse entscheiden würde. Der Adrenalinschub den ich empfand, war unbeschreiblich. Ich hatte so viel Energie, dass ich das ganze Land mit derartigen Angriffen überziehen wollte. Da musste doch endlich Bewegung ins Spiel kommen?

Zwei weitere Wochen vergingen und die Nachrichten über den Präsidenten waren fast völlig verschwunden. Niemand redete mehr darüber. Als ich meine Mutter erneut darauf ansprach, sagte sie mir ich solle die Vergangenheit ruhen lassen. Enttäuschend. Aber auch mit sechszehn Jahren war ich mir bereits sicher, dass das normal ist. Ob Mewael oder eine andere Person. Das Leben geht auch so weiter. Man sollte nur aufpassen nicht am falschen Ort zur falschen Demonstration zu sein. Sagte mein Vater jedenfalls mal. Mewael wurde derweil wiedergewählt. Sein Freund Paul hatte das Ergebnis nur etwas verändert.

Das nächste Video, das ich veröffentlichte, war von Bürgermeister Zula. Zusammen mit einem ausführlichen Dokument seiner Kohorten und schmutzigen Taten. Dokumentierte Schmiergeldzahlungen, Drohungen, Prostitution und Schwarzgeld direkt von seinem Rechner. Der Mann war auch so dumm. In einem Video saß er in einem Konferenzraum mit lokalen, prominenten Geschäftsleuten aus dem Finanzsektor, dem Transportwesen und der Industrie. Es war keine Überraschung, dass Mr. Omar zu dieser Gruppe gehörte. Sie waren auf einer Video-Konferenz mit Partnern aus Italien, Spanien, Nigeria und dem Mittleren Osten. Ich brauchte eine Minute, um herauszufinden, wer sie alle waren. Glücklicherweise ist das Internet kein guter Ort, um Geheimnisse zu bewahren oder sein Leben auszubreiten, wenn es besser wäre unbeobachtet zu sein.

Die Gruppe besprach eine Menge langweiliger Geschäfte, die mich fast zum Einschlafen zwangen. Dann zog der Bürgermeister eine Flasche importierten Wodka heraus und der Raum füllte sich mit Informationen.

“Niemand darf wissen, was wir vorhaben”, sagte Zula: “Wenn diese Information diesen Raum verlässt, sind wir möglicherweise alle erledigt.”

Alle nickten. Später kam heraus, dass sie schlicht und einfach Minderjährige exportierten. Sexsklaven. Vergesst islamische Terroristen. Geschäftsleute verdienen damit auch ihr Geld. Die Geschäftsleute besprachen bis ins Detail wo, wann und wie der Handel ablaufen sollte. Ich fand auf seinem Computer Bilder von Kindern die misshandelt wurden und sogar Knochenbrüche hatten. Die Strafe für wehrhafte Kinder. Ich war angewidert. Das Pornozeug erwähne ich nicht.

Plötzlich hielt ich inne und schaltete meinen Computer aus. Meine Gedanken durchdrangen mich wie ein elektrischer Schock. Wenn ich meine Karten richtig spielen könnte, kann ich alles haben. Ich könnte alles erreichen. Soll ich Regierungsbeamte oder Wirtschaftsbosse gegen Geld erpressen? Oder soll ich die Videos und Daten verkaufen? Nein, das würde meine Identität preisgeben. Diese Gruppe würde mich auch eher töten. Ich brauchte kein Geld. Wir kamen mit dem Minimum aus. Außerdem ging es hier nicht um Geld. Ich musste der Welt zeigen, dass Nichts heilig ist und genauso Nichts im Verborgenen bleibt.

Nicht, dass es mir etwas ausmachte das Urteil für diese Männer in den Händen zu halten, aber ich musste das Volk selbst entscheiden lassen. Sie waren der Richter und die Jury in dieser Situation. Ich war nur der geheimnisvolle Bote der nichts zu verlieren oder zu gewinnen hatte. Ich war zu gut darin, meine Spuren zu verwischen. Nicht einmal die stärkste Task Force in der Regierung konnte mich zu Fall bringen. Wie auch. Ich beobachtete sie, wenn ein Meeting angesetzt war. So konnte ich sicher sein unerkannt zu bleiben und das Interesse erneut entfachen zu können. Vielleicht hat es jetzt endlich Konsequenzen.

Innerhalb weniger Minuten schickte ich Videos, Tonspuren und Dokumente an die gleichen Nachrichtenstellen wie zuvor. Der einzige Unterschied war, dass ich sie diesmal auch nach Italien, Spanien, Nigeria und in den Nahen Osten geschickt habe. Wenn die Welt sich verändern soll, musste ich so viel Schaden anrichten wie möglich.

In den nächsten Wochen brachen weitere gewalttätige Ausschreitungen aus und gefährliche Verbrechen überzogen die Stadt. Es war typisch. Als würde jemand einen Schalter umlegen. Aber anstatt gegen den Dreck an der Spitze der Gesellschaft vorzugehen, schlugen sie sich nur wieder die unterschiedlichen Anhänger gegenseitig tot. Idioten. Ich lehnte mich zurück und sah zu, wie das Land in sich selbst zerfiel. Am Ende der blutigsten Tage verlangten Oppositionelle, dass der Bürgermeister ins Gefängnis geworfen wird. Sie wunderten sich, warum die Behörden nichts getan hatten, um die Männer zu bestrafen, die ich entlarvt hatte. Eine Wahlfälschung haben sie akzeptiert. Jedenfalls nach einer Weile. Aber Kindesmissbrauch? Und Kinderhandel? Sollte sich endlich etwas bewegen? In den anderen Staaten klickten die Handschellen. Erwischt ist erwischt. Aber hier?

Ich war überrascht, als der Bürgermeister eine Pressekonferenz ankündigte. Vielleicht ein Rücktritt? Es gab keinen Platz zum Atmen. So viele Journalisten drängelten sich. Im Fernsehen war kein ruhiges Bild zu sehen. Eine Überwachungskamera gegenüber des Rathauses war hoch genug. Viel entspannter. Ich hatte eine perfekte Aussicht, als der Bürgermeister auf die Bühne kam. Reporter schoben ihm Mikrofone und Fragen ins Gesicht, aber er antwortete nicht.
Er räusperte sich und stellte seine schwarze Krawatte richtig. Seine ganze Garderobe war schwarz. Trauert er um den Tod seiner politischen Karriere?

“Ich werde meinen Teil sagen und dann gehen. Keine Fragen oder Kommentare. Hören Sie genau hin, was ich zu sagen habe. Die Ermittler haben sich mit dieser anonymen Person befasst, die mehrere Videos und Dokumentationen veröffentlicht hat. Daraus ist nun gefolgert worden, dass die Videos stark manipuliert waren. Wie glauben genug Beweise zu haben, dass es russische Hacker waren.”

Die Menge brüllte lachend. Naja, so hoffte ich, weil ich es tat. Aber die Menge tat es nicht. Die Journalisten plapperten ihm nach. Russland. Das interessierte sich so für Kenia, wie Kenias Regierung sich für seine Bürger interessiert. Eigentlich auf der Schwelle der Veränderung und dennoch bleiben alle stehen. Enttäuschend. Ich würde einen anderen Weg finden müssen, das ultimative Chaos zu erzeugen. Die Arschlöcher kamen damit durch. Ich war fassungslos. Und die Menschen? Meine Mutter glaubte ihm. Gewählten Politikern nehmen einige Leute ziemlich viel ab.

“Seien Sie auf der Suche nach allem Verdächtigen in Ihren Häusern”, sagte Zula weiter: “Jeder könnte der anonyme Hacker sein. Wir werden zur Sicherheit neue Gesetze gegen Hacker und Spione einbringen und bestehende Regeln verschärfen. Als Teil der Regierung habe ich die Pflicht Sie zu beschützen. Der Präsident hat heute deshalb mit mir telefoniert. Wir weigern uns von den Anonymen terrorisiert zu werden und lassen nicht zu, dass sie diese Gemeinschaft auseinanderreißen. Wir müssen stark sein und zusammenhalten. Seid ihr dabei?”

Die Menge brach in Jubel und Lachen aus, während ich mit brodelnder Wut vor meinem Bildschirm saß. Wie konnten ihm diese Leute so schnell diesen Mist abkaufen? Sie glaubten an seine Lügen und Täuschung. Sie haben sich entschieden einem Mann zu folgen, der mit Kinderschmerzen Profit macht. Sie feiern Korruption statt der Wahrheit ins Auge zu sehen. Das Land ist verloren. Und das Gespräch mit dem Präsidenten? Ja, das gab es. Aber der Hack war nur beiläufig Thema. Die Leaks interessierten sie gar nicht.

“Was kann ich tun”, fragte ich und rieb mir die Augen.

Ich habe die gespeicherten Videos auf meinem Computer durchsucht. Normale Menschen leben in solch naivem Zustand. Was wirklich in der Welt passiert, interessiert sie nicht. Sie lassen ihre Türen offen, haben Affären in ihren eigenen Häusern und suchen nach Sinn in ihrem weltlichen Leben mit irgendeiner westlichen Esotherik. Sie sind so egozentrisch, dass sie keine Ahnung haben, was passiert, wenn Sie Ihr Telefon benutzen und über Ihren letzten Urlaub posten. Sie merken nicht, dass sie sich selbst zu größeren Zielen machen. Sie merken nicht, wenn sie belogen und betrogen werden. Sie hinterfragen gar nichts, was durch die Kanäle läuft. Zeigst du ihnen die Wahrheit interessieren sie sich nicht. Lügst du sie an, akzeptieren sie es.

Ich wette, es wäre ihnen egal, wenn sie wüssten, dass ich sie zu Hause beobachte. Sie denken vielleicht auch sie seien unbesiegbar und ihnen wird soetwas nicht passieren. Stundenlang habe ich die Live-Übertragungen von Menschen in ihren Häusern angeschaut. Ich war besonders an einem Mann interessiert, der dachte es sei in Ordnung, seine Frau zu schlagen, dann in ein Hotel zu gehen und mit einer Prostituierten zu schlafen die genau wie seine Frau aussieht. Die Ehefrau war gleichgültig und machte einfach weiter, als wäre nichts passiert. Völlig krank. Je mehr Videos dieser Art, desto wütender wurde ich. Ich wollte meinen Computer an die Wand hauen und meine Tastatur aus dem Fenster werfen. Wofür stehen die Menschen eigentlich? Was macht ihr Leben wirklich aus?

Ich grübelte einige Tage und traf eine Entscheidung. Ich änderte mein Leben. Die Apokalypse blieb aus. Es interessiert eben niemanden was wirklich passiert. Der Mensch ist fehlerhaft. Gleichgültig. Desinteressiert an der Welt. Er akzeptiert Korruption. Wahrscheinlich in der Hoffnung auch mal zu profitieren. Er akzeptiert Missbrauch und Gewalt so lange er selbst nicht betroffen ist. Wundert sich dann, warum ihm niemand hilft. Nur das eigene Wohl interessiert in erster Linie. Dann wollte ich mich auch darauf konzentrieren.

Also wurde ich Geschäftsmann. Offiziell mache ich irgendwas mit Computern. Aber wenn Leute Hilfe benötigen, dann gehe ich darüber hinaus. Regierungen sind mir egal. Die wechseln häufig. Ein Kommen und Gehen von Leuten die nicht mehr wert sind als du oder ich. Die haben eben nur ein anderes Hobby gewählt. Politik. Ich habe meins. Und das ist besser.

Wenn ein Vermieter wieder mal den Preis nach oben schraubt, dann sorge ich dafür, dass er das nicht macht. Nichts ist wertvoller als alle Information über eine Person. Seine Geheimnisse. Und die finden sich in seiner Kommunikation. Im Netz. Ich finde sie. Er wird kein Geld mehr mit seiner Wohnung verdienen. Sie gehört demjenigen der die Information besitzt. Im Grunde mache ich das, was Regierungen weltweit auch tun. Informationen vorhalten, um sie gegen jemanden einzusetzen. Das ist die Freiheit der Macht. Das ist nicht die Verteidigung der Freiheit.

Oder der Polizist, Staatsanwalt, Richter oder Beamte der die Hand aufhält nachdem er ein Verbrechen inszeniert hat, einen wohlhabenden Idioten deckt oder einfach schlechte Laune hatte. Auch deren Leben hängt genau davon ab. Manchmal kann eine kleine Kamera das beste Material bieten. In einem Land ohne soziale Hängematte gibt es nur eine dominante Kraft und ein dummes Opfer. Derjenige mit der Information und derjenige der den Job unbedingt benötigt.

Oder der Unternehmer. Beispielsweise Mr. Omar. Wenn er eine Angestellte sexuell missbraucht, dann sollte er aufpassen, dass keine Kamera und kein Mikrofon in der Nähe ist. Damit sind Unterhaltszahlungen gesichert. Heißt zwar, dass ich ihm sein luxuriöses Leben nicht nehmen kann, aber wenigstens profitieren seine unehelichen Kinder. Und das sind verdammt viele.

Erst glauben die meisten Täter nicht, dass sie verloren haben und nun selbst Opfer sind. Manchmal muss man es ihnen beweisen. Am Einfachsten ist es dem Ehepartner die Videos und Aufnahmen von Treffen mit der Affäre zu übermitteln bzw. dem Täter damit zu drohen. In der Regel reicht das aus. Und wenn jemand mit dem Kopf durch die Wand will, weil er die Niederlage einfach nicht verkraftet oder wahrhaben will, was übrigens ziemlich häufig bei wohlhabenden Schnöseln der Fall ist denen nie die Fresse poliert wurde, dann legt man einfach mal ein paar illegale Daten auf seinen Systemen ab und informiert die Polizei. Natürlich mit einer Botschaft die das Arschloch auch versteht.

Das Beste daran sechszehn Jahre jung zu sein, ist, dass mich jeder unterschätzt. Niemand glaubt mir, wenn ich ihm sage, dass ich ihn vernichten kann. Ich heiße John und bin arm. Ich bin aber nicht wehrlos. Und ich werde dich fertig machen, wenn du nur ein einziges Mal glaubst jemand anderen unterdrücken zu können. Nicht, weil ich ein guter Mensch bin. Einfach nur, weil es geht. Und ich tierisch Spaß daran habe mächtigen Leuten zu zeigen, dass sie keine Macht mehr haben, denn jeder von uns hält die Waffe zur Selbstverteidigung bereits in der Hand. Es ist nur wichtig zu wissen, wie sie funktioniert.

 

Nur eine Geschichte. Keine beabsichtigten Ähnlichkeiten zu lebenden Personen. (Entwurf)

5 Kommentare Mein Name ist John.

  1. Wolfgang

    Wirklich gut. Das Ende und die Drohung sind fantastisch. Nach einem Hack, dem man ihm nie nachweisen kann und für den er weder bestraft noch gefeiert werden wird, holt er sich seine Befriedigung (auch finanziell) in der Verteidigung der Schwachen. Auch, nachdem er selbt Opfer des Systems geworden ist (Vater, Arschloch-Chef).

    Wenn Du die Geschichte bitte als kleines schwarzes Büchlein veröffentlichen könntest, dann kann man das immer als Warnung verschenken. Subtil, boshaft, ehrlich und konsequent. Würde jemanden in die Schranken weisen ohne gleich mit Kanonen zu schießen.

    Ich mag das.

  2. redlady

    Ja. Realistisch. Eine Person kann Millionen Geräte übernehmen. Schöne Story.

  3. Tom der Schreckliche

    Alter!!! Ich hab fast ne Stunde gebraucht zum Lesen.

    Aber gut. Näher an der Wirklichkeit als manche Leutz glauben würden.

  4. kristian

    Schöne Geschichte. Hast fast Alles untergebracht was im Netz diskutiert wird. :-)

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