2020, Blog

Mozilla ist tot

Wenn sich die offiziellen Nachrichten und die nicht offiziellen Informationen bewahrheiten, gehe ich vom Sterben Mozillas aus. Ciao Firefox, ciao Thunderbird. Schade. Auch ciao ihr anderen Produkte, die niemand bestellt hat.

In einem offiziellen Blogbeitrag und einer E-Mail (PDF) verkündet Mozilla, dass ein Viertel der Angestellten entlassen werden soll. Die aktuelle Corona-Krise soll dazu beigetragen haben. Der Rechtfertigungsbeitrag für dieses Vorghehen ist jedoch nur PR-Sprech. In der Nachricht an alle Mitarbeiter ist wieder die Rede von neuen Produkten und man soll „eine neue Denkweise“ annehmen. *augenverdreh* Bedauerlicherweise wurde in der Vergangenheit öfter Kritik an Mozilla laut. Projekte wie auszugsweise pocket, Send, Lockwise, Firefox OS waren/sind entweder Todgeburten und/oder verbrannten eine Menge Geld und Ressourcen.

Nach inoffiziellen Informationen bspw. über Twitter oder Github ist das Dokumentationsteam, das Team für den Motor von Firefox (Gecko) und das Sicherheitsteam betroffen (1, 2, 3, 4) . Bedauerlicherweise trifft der Abschied in einer Krise nie die verantwortliche Spitze einer Organisation, die die eigene Unternehmung hätte krisenfest machen müssen. Jetzt werden scheinbar die wichtigsten Organe des Gesamtkörpers entfernt.

Welche Produkte Mozilla ohne diese Teams vermarkten möchte, bleibt das Geheimnis der Führungsetage. Als Administrator im Hauptberuf und Hilfesteller im privaten Bereich für einige Personen, kann Firefox als Browser keine Option mehr sein, da die Gefahr ungepatchter Sicherheitslücken und fehlende Weiterentwicklung im Kernbereich die Infrastruktur und Systeme gefährdet. Auch darauf haben Entscheider zu achten, wenn es um die Ausstattung von Firmennetzwerken mit Software geht. Eine Organisation, die die wichtigsten Gremien zur Aufrechterhaltung ihrer Produkte zu Grabe trägt, hat kein Produkt mehr.

Wenn Mozilla überleben will, wird die Führungsetage mit einer unverdienten Entschädigung entlassen, die wichtigsten Abteilungen gestärkt, Produkte die niemand bestellt hat eingestellt und sich auf die Kernkompetenz beschränkt. Browser, E-Mail, Sicherheit, Anpassbarkeit und Kampf für ein freies Internet. Und mit aller Kraft dafür gearbeitet, dass die Produkte aus dem Alltag und allen Betriebssystemen nicht wegzudenken sind.

Drei Monate. Mehr Zeit für ein eindeutiges Signal haben sie nicht. Danach müssen Nutzer eine Entscheidung treffen. Bedauerlicherweise wird es wohl nur irgendetwas mit Chromium sein können.

Armes Internet.

 

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