Wir bezahlen, um Werbung anzusehen

Apple hat bei seinem iOS-Betriebssystem einen Werbeblocker eingearbeitet. Erstmal gut! Immerhin nimmt Werbung einen nicht all zu kleinen Teil der Bandbreite weg. Ihr wisst ja, dass wir in Deutschland, was das Surfvolumen betrifft, noch Entwicklungsland sind, weil die Kommunikationsunternehmen den Hals nicht voll bekommen.

Der Anbieter von Adblock Plus soll bereits angeboten haben gegen monatliche Zahlungen mit seiner Whitelist von dem Werbeblocker ausgenommen zu werden (siehe Link oben). Ob iOS eine Whitelist mit Acceptable Ads plant, weiß ich nicht. Ich würde das aber nicht ausschließen, weil sich damit ziemlich viel Geld verdienen lässt, ohne wirklich Aufwand zu betreiben. Und Apple ist auch nicht gerade dafür bekannt zu Gunsten der Kunden auf Einnahmequellen zu verzichten.

Werbeblocker schwächen natürlich die, die einerseits mit Werbung Kunden anlocken wollen und natürlich auch die Werbefirmen. Aber ich weiß, dass Ihr wisst, dass Werbung in der Regel immer übertrieben wird und irgendwann nervt! Vor allem, wenn sie über den ganzen Bildschirm geht, sich nicht wegklicken lässt oder dermaßen viel Traffic verursacht, dass das kleine GB-Guthaben beim Mobilfunkvertrag nach der Hälfte des Monats aufgebraucht ist. Außerdem ist das Tracking, die ständige Verfolgung und Analyse unseres Verhaltens, unangenehm. Deshalb blocken wir! Dabei sind kleine manuell gepflegte Textlinks doch vollkommen ausreichend, wenn das Produkt gut ist, oder?

Beispiel für Eure Webseite:

kowabit.de – Der Blog

Code:

<a href=”https://kowabit.de/blog” target=”_blank”>kowabit.de – Der Blog</a>

:c)

Diese Adblocker-Geschichte hat aber trotzdem für uns alle Nachteile. Und zwar genau dann, wenn wir Adblocker nutzen, die Geld mit Acceptable Ads verdienen. Denn Ihr wisst ja auch alle, dass wir, wenn wir Produkt A kaufen, die Kosten für die Werbekampagne von Produkt A mitbezahlen. Durch das Acceptable Ads – Verfahren bezahlen wir jetzt nicht nur die Werbekampagne mit, sondern auch die Zusatzkosten dafür, dass die Werbung bei Werbeverweigerern, die aber Acceptable Ads durchgehen lassen, angezeigt wird. Wir bezahlen nicht nur Werbung für das Produkt, nein wir bezahlen auch dafür, dass man uns die Werbung anzeigt. Wie bescheuert ist das denn? Stellt Euch vor Ihr geht durch die Stadt und schaut auf die Werbeplakate an Bushaltestellen und auf die großen Werbetafeln an unseren Straßenrändern. Plötzlich steht da ein Kerl und verlangt von Euch Geld, weil Ihr die Werbung angeguckt habt. Hättet Ihr weggeguckt, wäre das kein Problem gewesen, aber jetzt bezahlt bitte dafür. Bitte?

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Deshalb ist es sinnvoll Werbeblocker zu nutzen, die KEIN Acceptable Ads – Verfahren anbieten. Das hat für uns Verbraucher einen weit besseren Nutzen.

3 Kommentare Wir bezahlen, um Werbung anzusehen

  1. Christoph

    Der Vergleich mit den Plakaten an der Bushaltestelle hinkt aber schon ziemlich ;) Du bezahlst schließlich nicht dafür, dass dir Browser Werbung angezeigt wird, sondern bloß wenn du ein Produkt tatsächlich kaufst. Dementsprechend würde dir auch der Kerl an der Straße kein Geld abknöpfen, sondern erst der an der Kasse im Geschäft. Und dort bezahlen alle den gleichen Preis, unabhängig davon, ob sie das Werbeplakat gesehen haben oder nicht.

  2. Hendrik

    Sorry, dass ich schon wieder Apple in Schutz nehmen muss, aber Apple hat rein garnichts damit zu tun, welche Inhalte geblockt werden und welche nicht. Das regeln ausschließlich diejenigen, die die Adblocker-Apps bereitstellen. Apple kann dabei also keine Whitelist gegen Bezahlung erstellen, da die Listen der geblockten Quellen laufend von Dritten bereitgestellt werden. Und systemseitig stellt Apple direkt gar keinen Adblocker zur Verfügung. Die kommen ausschließlich von Drittanbietern.

    Abgesehen davon finde ich Adblocker grundsätzlich problematisch. Alle Inhalte sollen immer kostenlos verfügbar sein, aber sobald Werbung kommt, wird diese weggeblockt. So werden viele, insbesondere kleinere, kostenlose Angebote auf Dauer aus dem Web verschwinden. Alternative Finanzierungsformen kommen meiner Ansicht nach nur für wenige große Betreiber in Frage.

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